Forschungsprojekt MobiFlex – Mobilität am Land gendersensibel und flexible gestalten (2024 – 2027)
Der Großteil der österreichischen Bevölkerung lebt im ländlichen Raum – davon sind die Hälfte Frauen. Dieser ländliche Raum ist geprägt durch die Abhängigkeit vom Auto, hoher Motorisierungsgrad, weite Distanzen und eingeschränktes öffentliches Verkehrsangebot. Darüber hinaus sind Einrichtungen der Nahversorgung, Dienstleistungen und Arbeitsplätze nicht flächendeckend gegeben und die Bevölkerungsdichte geringer. Somit verringern sich die Mobilitätschancen – also die Optionen sich ohne Auto von einem Ort zum anderen zu bewegen und die Möglichkeiten der sozialen Teilhabe. Davon sind insbesondere Frauen stärker betroffen als Männer. Frauen haben meist aufgrund von Versorgungspflichten komplexere Wege, können seltener auf ein Auto zurückgreifen und sind ökonomisch nach wie vor benachteiligt. Daher ist die Selbstorganisation von Mobilität (z.B. Fahrgemeinschaften) im ländlichen Raum von großer Bedeutung. Neue Mobilitätsdienstleistungen (wie Bedarfsverkehr, Shared Mobility) bieten Optionen, um vom privaten PKW auf nachhaltige Angebote umzusteigen. und dezentrale Standortangebote können besonders im ländlichen Raum dem Ungleichgewicht entgegnen und die (soziale) Teilhabe von Frauen verbessern. Gleichzeitig besteht großes Potenzial die Zielwahl und damit Wege(-ketten) durch die Schaffung neuer Orte/Standortservices (wie z.B. Co-Working Räume, Gemeindewohnzimmern, ...) zu beeinflussen.
An diesen Herausforderungen und Potenzialen setzt das Vorhaben MobiFlex an, mit dem Ziel Alltagswege zu vermeiden (ergänzende Standortangebote) und/ oder zu verlagern (neue Mobilitätsdienstleistungen), um somit die Autoabhängigkeit sowie damit verbundene negative Effekte (z.B. Emissionen, finanzielle Belastungen) zu reduzieren. Dabei sollen nicht nur Mobilitätslösungen für Frauen* geschaffen werden, sondern für Personen deren Mobilitätsbedürfnisse andere sind, als die der dominanten (Mehrheits-)Gesellschaft. In Zusammenarbeit mit Frauen* und Pilotpartner*innen werden Maßnahmen entwickelt, die auch weiteren Anwendungspartner*innen zur Verfügung stehen. Die spezifischen Maßnahmen sind angepasst an die Verteilung von Nutzerinnen*typen entlang Bausteine: Genderspezifische Mobilitätsberatung, mobilitäts- und standortbezogene Maßnahmen sowie zielgruppenspezifische Kommunikationsmaßnahmen.
Realexperimente in den Pilotgemeinden und Regionen ermöglichen das Testen und Ausprobieren der Maßnahmen vor Ort. Die Kooperation mit Gemeinden bringt Genderaspekte stärker in das lokale und regionale Bewusstsein und in die räumliche Planung. Mobilitäts- und Standortangebote können somit besser auf die Bedürfnisse von Frauen* angepasst werden. Diese Pakete sollen weiteren Anwendungspartner*innen (Regionalmanagements, Fachplaner*innen, Netzwerken) zur Verfügung stehen, um das Bewusstsein zu genderrelevanten Aspekte der ländlichen Mobilität zu stärken.
Rahmen: 2024 – 2027
Auftraggeber_in: FFG Forschungsprojekt – FemTech; Projektpartner:innen: TU Wien – Forschungsbereiche MOVE; Mobyome, Bergfreund
Aufgabenbereich: Gender- und Diverisitätsexpertise, Konzeption und Moderation von Partizipations- und CoCreation-Prozessen, Methoden empirischer Sozialforschung